Stich für Stich auf dem Weg zur Integration

In Aulendorf leben mittlerweile circa 25 Frauen aus geflüchteten Familien. Jede Woche treffen diese sich beim AKA-Frauentreff. Nun wird eine Kooperation zwischen dem AKA und den LandFrauen ins Leben gerufen: „Mama näht Deutsch“. Hierfür werden nun Spenden von Stoffen und Nähgarn gesucht.
Näh-Projekte mit Geflüchteten gibt es im Landkreis Ravensburg bereits in Horgenzell und in Ravensburg. Nun soll mit den Nähmaschinen der Schule am Schlosspark auch hier in Aulendorf das Projekt „Mama näht deutsch“ gestartet werden. Ziel ist es, weiteren Kontakt zu Einheimischen auf zu bauen, Alltags-Deutsch und handwerkliches Geschick zu üben.
Für das Projekt werden nun Stoff-Spenden und Nähgarn gebraucht. Gesucht werden saubere Baumwollstoffe – kein Strech – zum Beispiel Gardinen, Vorhänge und Bettbezüge, die sich für das Nähen von Taschen, Schürzen und anderer Alltags-Gegenstände eignen.
Abgegeben werden können die Stoffe und das Näh-Garn bei der Integrationsbeauftragten, Sonja Hummel, Mittwochs 11-12 Uhr und Donnerstags 15-16 Uhr im Rathaus.
Interessierte, die gerne am Näh-Projekt mithelfen möchten, können sich gerne melden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Der erste Termin für den Nähkurs ist am Samstag, 02.12.2017 von 10:00 Uhr - 12:00 Uhr in der Schule am Schlosspark

Ein erster Erfahrungsbericht über das Nähprojekt:

Stich für Stich auf dem Weg zur Integration

Am Samstag fand das Näh-Treffen von  „Mama näht deutsch“ im Handarbeitsraum der Schule am Schlosspark statt. zwölf Frauen aus Syrien, Albanien und dem Iran waren begeistert bei der Sache. Unterstützt wurde das Projekt von zehn Aulendorfer LandFrauen.
In Aulendorf leben mittlerweile circa 25 Frauen aus geflüchteten Familien. Jede Woche treffen sie sich beim AKA-Frauentreff. Dank der zahlreichen Stoff- und Nähgarn-Spenden und dem hohen Engagement der Aulendorfer LandFrauen, konnte die Kooperation mit dem AKA (Aktiv in Aulendorf) gelingen.
An den Nähmaschinen sitzen paarweise Frauen – Michaela mit Sanam, Sylvia mit Albana, Birgit und Karam ist auf den Namensschildern zu lesen. Schon beim Zuschnitt zeigt sich, dass einige der Frauen bereits über Erfahrungen auf diesem Gebiet verfügen. Amine etwa hat in Syrien einen sechsmonatigen Nähkurs besucht. Albana war in ihrer Heimat in einer Fabrik tätig und nähte dort Feuerwehruniformen.
Anders die 32-jährige Karam aus Aleppo. Mit strahlendem Gesicht sitzt sie an der Maschine. Wie Tochter Rayan (elf Jahre) dolmetscht, sitzt die Mama heute zum ersten Mal an einer Nähmaschine. Helferin Birgit Schaaf bescheinigt der jungen Mutter enormes Talent.
An einem anderen Tisch wird die Näharbeit mit einem Mini-Sprachkurs kombiniert – Faden, Nadel, Schere. Mit Händen und Füßen werden Begriffe rund ums Nähen erklärt. „Wir kommunizieren über Zeigen und Vormachen, das klappt super“, freut sich Tannhausens Ortsvorsteherin Margit Zinser-Auer.
Näh-Projekte mit Geflüchteten gibt es im Landkreis Ravensburg bereits in Horgenzell und in Ravensburg. Ziel ist es, weiteren Kontakt zu Einheimischen auf zu bauen, Alltags-Deutsch und handwerkliches Geschick zu üben.